Wie messe ich die Lichtstärke im Gewächshaus?

Du stehst im Gewächshaus und siehst, dass einige Pflanzen blass sind. Andere wachsen schneller als erwartet. Vielleicht hast du gerade von Leuchtstoffröhren auf LED umgestellt. Oder du überlegst, zusätzliche Beleuchtung einzusetzen. In solchen Fällen ist die Frage wichtig: Haben deine Pflanzen genug Licht? Oder ist das Licht falsch verteilt?

Die Messung der Lichtstärke liefert klare Antworten. Sie zeigt dir, wie viel Licht an den Blättern ankommt. Damit kannst du ungleichmäßiges Wachstum erklären. Du kannst prüfen, ob deine LED-Installation ausreichend ist. Du erkennst, ob Zusatzbeleuchtung sinnvoll ist und wo sie hingehört.

Dieser Text erklärt, welche Messgrößen wirklich zählen. Ich zeige dir die Unterschiede zwischen Lux und PPFD (µmol·m⁻²·s⁻¹). Du erfährst, welches Messgerät du brauchst. Ich beschreibe einfache Messmethoden für Hobby-Gewächshäuser, Kleingärten und kleine Betriebe. Du bekommst praxisnahe Tipps zur Positionierung von Lampen und zur Interpretation der Werte.

Am Ende kannst du selbst messen und konkrete Maßnahmen ableiten. Du vermeidest Über- oder Unterbeleuchtung. Und du sparst Energie, weil du gezielter beleuchtest. Wenn du technisch interessiert bist, findest du hier die Schritte, Werkzeuge und Entscheidungshilfen, die du sofort anwenden kannst.

Lichtstärke messen im Gewächshaus: Methoden im Überblick

Wenn du wissen willst, wie viel Licht deine Pflanzen wirklich bekommen, hilft die richtige Messmethode. Die Wahl hängt davon ab, ob du schnell prüfen willst oder präzise, pflanzenrelevante Werte brauchst. Im Folgenden findest du die gängigen Optionen mit ihren Stärken und Schwächen.

Methode Messgröße Genauigkeit Typischer Einsatzbereich Vor- und Nachteile Preisrahmen Eignung fürs Gewächshaus
Lux-Messgerät
(Handgerät)
Lux (Lichtstärke, lm/m²) Mittel. Gute Sensorsysteme liefern verlässliche Werte. Nicht direkt pflanzenrelevant. Schnellchecks, Ausleuchtungsdiagnose, Vergleich von Positionen.
  • Einfach zu bedienen
  • Günstig
  • Misst sichtbares Licht. Keine direkte Aussage über Photosynthese-Relevanz
ca. 20–200 € (Einstiegsmodelle bis Profi) Gut für grobe Kontrollen. Für genaue Pflanzenplanung begrenzt.
PAR / PPFD-Messgerät
Quanten- oder PAR-Sensor
PPFD (µmol·m⁻²·s⁻¹) und PAR Hoch. Misst photonisch relevante Strahlung direkt. Professionelle Pflanzenzucht, präzise Beleuchtungsplanung.
  • Direkt relevant für Photosynthese
  • Sehr präzise
  • Teurer und manchmal komplexer in der Handhabung
ca. 300–2500 €. Profi-Geräte wie LI-COR liegen eher oben. Beste Wahl, wenn du Pflanzenwachstum optimieren willst. Empfehlenswert für kleine Betriebe und Anspruchsvolle Hobbygärtner.
Smartphone-App Schätzt Lux über Kamera Niedrig bis mittel. Stark abhängig vom Gerät und Kalibrierung. Schnellchecks unterwegs, grobe Vergleiche.
  • Sehr günstig oder kostenlos
  • Praktisch für erste Einschätzung
  • Keine verlässlichen PPFD-Werte
0–10 € Nur für grobe Orientierung. Nicht für fundierte Beleuchtungsplanung geeignet.
Festinstallierte Sensoren
Netzwerkfähig, Datenlogger
Lux oder PPFD, je nach Sensor Mittel bis hoch. Liefert Langzeitdaten. Kontinuierliche Überwachung, Automatisierung, Klimasteuerung.
  • Gute Kontrolle über Zeit
  • Erkennt Tagesverläufe und Schattierungen
  • Aufwand für Installation und Kalibrierung
ca. 80–1000 € pro Sensor inkl. Schnittstelle Sehr nützlich für Gewächshäuser mit größerer Fläche und automatischer Steuerung.

Die richtige Wahl hängt von deinem Ziel ab. Für einfache Kontrollen reicht ein Lux-Messgerät oder eine App. Wenn du Lichtqualität für Wachstum wissen willst, brauchst du einen PAR/PPFD-Sensor oder festinstallierte Sensoren für Langzeitdaten.

Praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung: Lichtstärke messen im Gewächshaus

  1. Schritt 1: Vorbereitung

Beschaffe ein geeignetes Messgerät. Für Pflanzengesundheit ist ein PAR/PPFD-Sensor ideal. Ein Lux-Messgerät reicht für grobe Kontrollen. Lade Batterien. Entferne Staub von Sensor und Gehäuse. Entscheide, ob du handlich messen willst oder feste Sensoren installieren möchtest. Lege ein Notizbuch oder ein Tabellenblatt bereit.

  • Schritt 2: Messgerät prüfen und kalibrieren
  • Schalte das Gerät ein und lass es sich stabilisieren. Vergleiche bei Bedarf mit einem Referenzwert. Viele Geräte haben eine Null- oder Kalibrierfunktion. Prüfe die Bedienungsanleitung. Achtung: Falsche Kalibrierung verfälscht alle Messungen.

  • Schritt 3: Messzeitpunkt wählen